Heute und in den nächsten Blogartikeln mal ein paar Zahlen, Fakten und Begebenheiten, wie die Pandemie in Peru, besser gesagt bei uns in Curahuasi, bis jetzt verlaufen ist.

Im März 2020 kamen die ersten Corona Nachrichten aus Lima. Es gab 5 positiven Testbefunde. Der damalige Präsident beschloss sofort, IM GANZEN LAND alle Schulen zu schließen. Die Schulen sind bis jetzt geschlossen und es gibt noch keine Aussichten, dass diese in absehbarer Zukunft wieder geöffnet werden. Ein großes Problem ist, dass mehr als die Hälfte aller Schulen in Peru kein Strom, Wasser und Toiletten haben (Quelle: https://rpp.pe/economia/economia/ipe-mas-de-la-mitad-de-las-escuelas-publicas-no-tienen-agua-ni-electricidad-noticia-1229672). Dies ist jedoch für die Hygienevorschriften unabdingbar. (Man fragt sich schon ein bisschen, warum das Jahr nicht genutzt wurde, um die Schulen aufzurüsten – ich denke eine Toilette in der Schule schadet nicht, auch falls Corona irgendwann vorbei sein sollte …)

Ein komplettes Jahr Homeschooling liegt bereits hinter uns. Ob Emil und Anton noch einmal ihre Schuluniform anziehen dürfen und wie gewohnt in die Diospi Suyana Schule gehen können, ist noch nicht klar. Wir bekommen Aufgaben von unserer Schule gestellt und sind daher bestens versorgt. Seit März hat das neue Schuljahr begonnen. Die Schule hat fleißig gearbeitet und viele Fortbildungen gemacht. Außerdem wurden Geräte gekauft. So kann dieses Schuljahr viel über Zoom unterrichtet werden. Das ist eine echte Erleichterung. 

Nicht alle Schüler aus anderen Schulen haben dieses Glück. Ein großes Problem besteht darin, dass viele Familien kein WhatsApp-fähiges Handy haben und daher keine Möglichkeit, adäquat mit Schulmaterial versorgt zu werden. Das staatliche Programm, welches über TV ausgestrahlt wird, ist von unterem Niveau und kann auf keinem Fall mit der sonstigen Förderung verglichen werden. Zusätzlich kommt hinzu, dass viele Eltern ihren Kindern nicht helfen können. Dafür gibt es viele Gründe. Da gibt es zum Beispiel Familien, die nicht Spanisch können, nicht lesen und rechnen gelernt haben oder schlichtweg für den täglichen Lebensunterhalt zur Arbeit oder auf’s Feld gehen müssen. Für uns stellt es auch eine große Herausforderung dar, da unsere Kinder die spanischen Aufgaben oft nicht ohne Hilfe bewältigen können. Die Mischung zwischen Eltern- und Lehrerrolle führt oft zu unliebsamen Konflikten. Gott sei Dank können wir uns bei der Beschulung abwechseln.

Homeschooling – aber nicht alle Kinder haben ein Handy zur Verfügung.
Beim Verteilen von Lebensmitteln helfe ich manchmal auch noch bei den Hausaufgaben.