Heute berichte ich von zwei starken Schwestern, die sich tapfer durch’s Leben kämpfen. 
Schon seit einigen Wochen bringe ich den alleinerziehenden Müttern und ihren insgesamt 3 Kindern Lebensmittelpakete. 
Jedesmal werde ich sehr liebevoll empfangen und wir kommen schnell ins Gespräch. Alle drei Mädchen gehen in die Schule von Diospi Suyana, ein Mädchen geht sogar in Emils Klasse. Oft helfe ich noch kurz ein bisschen bei den Hausaufgaben. 

Die große Tochter der Familie macht ihre Hausaufgaben. Über das Handy bekommt sie Hilfe von ihrem Lehrer.

Die Mütter haben beide durch die Coronakrise und der dadurch verhängten Ausgangssperre keine Arbeit. Normalerweise waschen sie Wäsche für andere oder verkaufen etwas am Markt. Beides ist derzeit nicht möglich. Um zu überleben holen sie am nahegelegenen Berg Brennholz (Äste und getrocknete Agavenblätter), sie sammeln Mais ein, der bei der Ernte liegen gelassen wurde und vieles mehr. Beim heutigen Besuch reinigen sie gerade Quinoa. Ich bin tief beeindruckt wie fleißig diese Frauen sind und möchte euch daran teil haben lassen.

Zuerst gehen sie auf die Felder und sammeln die liegen geblieben Quinoa-Reste zusammen. Natürlich laufen sie alle Wege zu Fuß, ein Fahrzeug haben sie nicht. Nun wird das Korn getrocknet. In einem weiteren Prozess werden per Hand die Körner aus der Hülse gedrückt (im Video sichtbar). Auch kleine Steine werden jetzt schon aussortiert. Alles kommt in einen Sack. Ich fragte wie lange sie dafür brauchen. Fröhlich antworten sie mir ungefähr 4-5 Tage. Später wird diese Mischung mit dem Wind gereinigt. Der Wind bläst die leichten Hüllen weg. Der Quinoa wird gewaschen und dann gekocht. Sehr viel Arbeit wie ich finde. Daran werde ich denken, wenn ich das nächste Mal ein Päckchen fertigen Quinoa kaufen werde.

Fertiger Quinoa

Die beiden Frauen sitzen nicht Zuhause und beweinen ihre Situation. Sie meckern nicht oder diskutieren, ob es das Leben mit ihnen gerade gerecht meint oder nicht. Sie stützen sich auch nicht darauf, dass sie von uns versorgt werden, sie nehmen ihr Leben in die Hand und arbeiten hart für sich und ihre Kinder. 
Ein Grund sie zu bewundern und Gott im Gebet zu danken.

Eine Woche später haben sie mir großherzig ein Drittel ihrer Quinua-Ernte geschenkt. Tief bewegt ging ich nach Hause. Von diesen Frauen kann ich noch viel lernen.